Mit dem Handy auf Schnitzeljagd

Als Kinder haben wir alle mit Freude auf Geburtstagen und Schul-Ausflügen an Schnitzeljagden teilgenommen oder uns auf Schatzsuche begeben. “Als Erwachsene macht man solche Spielchen nicht mehr” mögen Sie vielleicht denken.
Weit gefehlt, denn jetzt gibt es sozusagen Schnitzeljagd 2.0. Vielleicht haben Sie schon einmal davon gehört, das sogenannte Geocaching liegt bei den Freizeitaktivitäten absolut im Trend. Pfeile aus Holzstöckchen oder Sägemehl werden dabei nicht verwendet, stattdessen geht man ganz zeitgenössisch mit Hightech zu Werke. GPS-Geräte dienen der Navigation im Suchgebiet, die Hinweise gibt es im Internet. Ziel ist es, anhand der Koordinaten den “Cache”, den Schatz quasi, zu finden. Dieser befindet sich für gewöhnlich in Form eines wasserdichten Behälters am angegebenen Zielort und enthält neben einem Logbuch weitere Gegenstände. Hat man den Cache gefunden, trägt man sich zum Beweis in das Logbuch ein und tauscht einen der Gegenstände mit einem selbst mitgebrachten Artikel, dann versteckt man den Cache wieder für den nächsten Schatzsucher. Dokumentiert wird der Fund häufig auch mit Fotos, die der Spieler dann als weiteren Beweis im Internet hochlädt, dort teilt man den Erfolg auch seinen Mitspielern mit.
Das Finden eines Caches ist allerdings nicht so leicht wie es klingt, denn die “Schatzbehälter” liegen nicht einfach offen in der Gegend herum, sondern werden geschickt unter Nutzung der örtlichen Gegebenheiten versteckt. Auch handelt es sich beim ersten Fundstück nicht immer gleich um den gesuchten Cache, häufig wird dem Spiel zusätzliche Würze verliehen, in dem zum Beispiel am Fundort weitere Koordinaten deponiert werden, die den Spieler teilweise über mehrere solcher Etappen (Multi-Cache) zum eigentlichen Ziel-Cache führen. Hin und wieder müssen zu Beginn der Suche auch verschiedenartige Rätsel gelöst werden (Mystery-Cache), bevor die Suche beginnen kann. Aus der Lösung der Rätsel gehen die Koordinaten des Caches oder eines weiteren Hinweises hervor. Zahlreiche weitere Varianten mit verschiedenem Charakter machen das Geocaching zu einem sehr vielseitigen Zeitvertreib. Spielbar ist das Caching praktisch mit jedem Gerät, mit dem die Navigation anhand von GPS-Koordinaten möglich ist, neben “echten” GPS-Empfängern zählen dazu PDAs, Notebooks, mobile Navigationssysteme und Handys.
Die elektronische Schnitzeljagd boomt, Schätzungen zufolge sind weltweit aktuell rund 900.000 Caches aktiv, etwa 89.000 davon allein in Deutschland. Spitzenreiter unter den Nationen sind mit knapp 400.000 Caches die USA.

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